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Volker Hahn

Am 15.6.1940 in Einsiedel bei Chemnitz geboren.

1959   

Kirchenmusikschule Dresden

1961

Hochschule für Musik Dresden
Komposition bei Manfred Weiss; Musiktheorie, Klavier, Dirigieren

1967   

Akademie der Künste zu Berlin

Meisterschüler für Komposition bei Rudolf Wagner-Régeny und Johann Cilensek

1984   

Hochschule für Musik Dresden
Studienrichtungsleiter für Tonsatz

1987   

Promotion Dr. phil. = Zeitgenössische Instrumentalmusik Dresdner Komponisten =

1992   

Vorsitzender der Fachrichtung Komposition/ Musiktheorie an der HfM Dresden

1993   

Professur für Musiktheorie und Methodik

1999   

Studiendekan für Komposition

1994   

Präsidiumsmitglied Sächsischer Musikrat

2005   

im Ruhestand

Juror bei Kompositionswettbewerben u.a. VW Manufaktur Dresden

Juror bei Chorwettbewerben u.a. Lódz, Bydgoszcz, Regensburg, Osnabrück, Dresden

Musikkritiken für DIE UNION, DNN in Dresden

 

Ausgewählte Kompositionen

= Gespräche für Orchester = UA 2005 Vogtland-Philharmonie Greiz-Reichenbach
Kammerkonzert für Oboe, Harfe, Streicher UA1976 Mitglieder der Staatskapelle Schwerin
Klarinetten-Quintett UA 2005 Hochschule für Musik Dresden - Studenten
Drei Miniaturen für Flöte solo UA 1998 Bratislava
Silesius-Chorsprüche UA 1988 Knabenchor Dresden

 Zum 65. Geburtstag von Prof. Dr. Volker Hahn 

WEM  ETWAS  AM  HERZEN  LIEGT

Zwei Gedanken drängen sich unvermittelt auf bei dem Anlass, den Komponistenkollegen Volker Hahn zu seinem Jubiläum zu würdigen: das Bild eines Menschen, der, was er macht, mit dem Einsatz seiner ganzen Persönlichkeit angeht, weil es ihn angeht  -  weil ihm die Dinge am Herzen liegen.

Zweitens der Begriff des Singens  -  in seiner umfassenden menschlichen Bedeutung. Und dazu die deutliche Vermutung, dass diese zwei Gedanken wohl gar nicht so zufällig etwas miteinander zu tun haben!  -

Als allererstes stellt sich aber dem Laudator zunächst einmal ein ganz praktisches Problem: Wo anfangen?  Die beeindruckende Vielseitigkeit des Jubilars, die Fülle seines Tätigseins, erfasst nahezu alle Bereiche kulturellen Wirkens. Ich habe mit dem Glück sonst, dieses ziemlich aus der Nähe mitzuerleben, hier die Not, eine gerechtwerdende Reihenfolge darzustellen der Dinge, die ihm so offenkundig am Herzen liegen.

Wohin man dabei auch schauen mag, immer ist es die Musik, die ihn angeht und die, in all ihren vielfältigen Facetten, in lebendiger Wechselwirkung den Gegenstand seines Schaffens bildet.

Im Zentrum steht dabei wohl das Komponieren. Wenn auch der am 15. Juni 1940 in Einsiedel bei Chemnitz geborene Volker Hahn zunächst die kirchenmusikalische Ausbildung in Dresden durchlief und die Kantorentätigkeit ausübte, setzte sich doch bald das musikschöpferische Streben als wesentliche und eigentliche Berufung durch: Studium der Komposition in Dresden bei Walter Bänsch und Manfred Weiss, dazu Musiktheorie, Klavier und Dirigieren (Horst Förster); nach dem Diplom die hohe Anerkennung mit der Aufnahme als Meisterschüler an die Akademie der Künste zu Berlin, mit Rudolf Wagner-Régeny und Johann Cilensek als Lehrer.

Das kompositorische Schaffen von Volker Hahn umfasst unterschiedliche Gattungen  - Instrumental- und Vokalmusik, Kantaten, Solokonzerte, Streichquartette und Kompositionen für Kinder. Die Uraufführung eines neuen sinfonischen Werkes im Vorfeld seines Geburtstages verdient als ein Präsent der besonderen Art unsere besondere Aufmerksamkeit! Zu den Schwerpunkten seiner kompositorischen Arbeit gehört einmal die Kammermusik, wo er mit der Verbindung von feinsinniger Poesie und tragfähigem Handwerk zu überzeugen weiß, zum anderen die Kompositionen für Chöre, insbesondere für Jugend- und Kinderchöre, deren erfrischende eigene Note eine Bereicherung dieser Literatur darstellt und dem Komponisten zu manchem schönen Erfolg und hoher Anerkennung verholfen hat.  

Neben dem Komponieren dürfte die pädagogische und wissenschaftlich-theoretische Arbeit zu den weiteren Schwerpunkten gehören. 1987 zum Dr. phil. promoviert mit einer Arbeit über die Zeitgenössische Instrumentalmusik Dresdner Komponisten, hat sich Volker Hahn immer wieder mit Schriften zu musiktheoretischen Themen zu Wort gemeldet, ganz zeitnah z.B. mit einer Arbeit über das JA-LE-System, die zusammen mit den reflektierenden Innensichten seine reichhaltigen pädagogischen Erfahrungen darlegt. Der Lehrtätigkeit an der Pädagogischen Fachschule in Radebeul folgte 1984 der Ruf an die Dresdner Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ als Dozent für Tonsatz, und 1993

die Berufung zum Professor für Musiktheorie und Methodik. Viele Studierende, Musiker und Musikpädagogen können feststellen, dass sie wesentliches Rüstzeug für ihren Beruf, und sicherlich nicht nur im Hinblick auf die vordergründig musiktechnischen Belange, bei Volker Hahn erworben haben. Von 1992 bis 2004 im Amt des Fachrichtungsleiters, galt es außerdem, für die Geschicke der Fachrichtung Komposition/Musiktheorie, für den täglichen Studienbetrieb wie für die langfristige gedeihliche Entwicklung diese Ausbildungsbereiches an der Hochschule  -  nicht selten im wahrsten Sinne des Wortes  -  Sorge zu tragen.

1994 wurde Volker Hahn in das Präsidium des Sächsischen Musikrates gewählt, dem er seitdem kontinuierlich angehört. Das bedeutete Beginn und Fortsetzung zugleich; die Würdigung seines bisherigen musikkulturellen Engagements einerseits und zum anderen die Eröffnung neuer und umfangreicher Verantwortungen. Dabei bildet die Chorarbeit eines seiner speziellen Aufgabengebiete; Volker Hahn ist Mitglied des Erweiterten Beirates Chor im Deutschen Musikrat; viele Chöre und Chorverbände wissen seinen unermüdlichen Einsatz, seinen ruhigen Rat und ermunternden Zuspruch zu schätzen. Aber auch die Vielzahl der Präsidiumsaufgaben, die Betreuung von Projekten, Juryarbeit und kulturpolitische Tätigkeit haben mit Volker Hahn einen kompetenten, erfahrenen und unverdrossenen Sachwalter gefunden.

Möge dem Jubilar die Vielfalt und Unermüdlichkeit erhalten bleiben! Mit den Glückwünschen zum Geburtstag verbinden wir den Dank für dieses alles! – und die besten Wünsche für sein weiteres Wirken, nicht zuletzt auch ganz eigennützig im Interesse unseres Sächsischen Musikrates, für das Wohl unseres Musiklebens!

Solches gleichermaßen deutlich wie herzlich auszusprechen liegt mir sehr am Herzen.

Prof. Wilfried Krätzschmar (in: Musik in Sachsen, 2005)