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Am 15.6.1940 in Einsiedel
bei Chemnitz geboren.
Juror bei
Kompositionswettbewerben u.a. VW Manufaktur Dresden Juror bei
Chorwettbewerben u.a. Lódz, Bydgoszcz, Regensburg, Osnabrück, Dresden
Ausgewählte Kompositionen
Zum 65. Geburtstag von Prof. Dr. Volker Hahn WEM
ETWAS AM
HERZEN LIEGT Zwei Gedanken drängen sich unvermittelt auf bei dem Anlass,
den Komponistenkollegen Volker Hahn zu seinem Jubiläum zu würdigen: das Bild
eines Menschen, der, was er macht, mit dem Einsatz seiner ganzen Persönlichkeit
angeht, weil es ihn angeht -
weil ihm die Dinge am Herzen liegen. Zweitens der Begriff des Singens - in seiner
umfassenden menschlichen Bedeutung. Und dazu die deutliche Vermutung, dass diese
zwei Gedanken wohl gar nicht so zufällig etwas miteinander zu tun haben!
- Als allererstes stellt sich aber dem Laudator zunächst
einmal ein ganz praktisches Problem: Wo anfangen? Die beeindruckende Vielseitigkeit des Jubilars, die Fülle
seines Tätigseins, erfasst nahezu alle Bereiche kulturellen Wirkens. Ich habe
mit dem Glück sonst, dieses ziemlich aus der Nähe mitzuerleben, hier die Not,
eine gerechtwerdende Reihenfolge darzustellen der Dinge, die ihm so offenkundig
am Herzen liegen. Wohin man dabei auch schauen mag, immer ist es die Musik, die
ihn angeht und die, in all ihren vielfältigen Facetten, in lebendiger
Wechselwirkung den Gegenstand seines Schaffens bildet. Im Zentrum steht dabei wohl das Komponieren. Wenn auch der am
15. Juni 1940 in Einsiedel bei Chemnitz geborene Volker Hahn zunächst die
kirchenmusikalische Ausbildung in Dresden durchlief und die Kantorentätigkeit
ausübte, setzte sich doch bald das musikschöpferische Streben als wesentliche
und eigentliche Berufung durch: Studium der Komposition in Dresden bei Walter Bänsch
und Manfred Weiss, dazu Musiktheorie, Klavier und Dirigieren (Horst Förster);
nach dem Diplom die hohe Anerkennung mit der Aufnahme als Meisterschüler an die
Akademie der Künste zu Berlin, mit Rudolf Wagner-Régeny und Johann Cilensek
als Lehrer. Das kompositorische Schaffen von Volker Hahn umfasst
unterschiedliche Gattungen -
Instrumental- und Vokalmusik, Kantaten, Solokonzerte, Streichquartette und
Kompositionen für Kinder. Die Uraufführung eines neuen sinfonischen Werkes im
Vorfeld seines Geburtstages verdient als ein Präsent der besonderen Art unsere
besondere Aufmerksamkeit! Zu den Schwerpunkten seiner kompositorischen Arbeit
gehört einmal die Kammermusik, wo er mit der Verbindung von feinsinniger Poesie
und tragfähigem Handwerk zu überzeugen weiß, zum anderen die Kompositionen für
Chöre, insbesondere für Jugend- und Kinderchöre, deren erfrischende eigene
Note eine Bereicherung dieser Literatur darstellt und dem Komponisten zu manchem
schönen Erfolg und hoher Anerkennung verholfen hat. Neben dem Komponieren dürfte die pädagogische und
wissenschaftlich-theoretische Arbeit zu den weiteren Schwerpunkten gehören.
1987 zum Dr. phil. promoviert mit einer Arbeit über die Zeitgenössische
Instrumentalmusik Dresdner Komponisten, hat sich Volker Hahn immer wieder mit
Schriften zu musiktheoretischen Themen zu Wort gemeldet, ganz zeitnah z.B. mit
einer Arbeit über das JA-LE-System, die zusammen mit den reflektierenden
Innensichten seine reichhaltigen pädagogischen Erfahrungen darlegt. Der Lehrtätigkeit
an der Pädagogischen Fachschule in Radebeul folgte 1984 der Ruf an die Dresdner
Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ als Dozent für Tonsatz, und
1993 die Berufung zum Professor für Musiktheorie und Methodik.
Viele Studierende, Musiker und Musikpädagogen können feststellen, dass sie
wesentliches Rüstzeug für ihren Beruf, und sicherlich nicht nur im Hinblick
auf die vordergründig musiktechnischen Belange, bei Volker Hahn erworben haben.
Von 1992 bis 2004 im Amt des Fachrichtungsleiters, galt es außerdem, für die
Geschicke der Fachrichtung Komposition/Musiktheorie, für den täglichen
Studienbetrieb wie für die langfristige gedeihliche Entwicklung diese
Ausbildungsbereiches an der Hochschule -
nicht selten im wahrsten Sinne des Wortes
- Sorge zu tragen. 1994 wurde Volker Hahn in das Präsidium des Sächsischen
Musikrates gewählt, dem er seitdem kontinuierlich angehört. Das bedeutete
Beginn und Fortsetzung zugleich; die Würdigung seines bisherigen
musikkulturellen Engagements einerseits und zum anderen die Eröffnung
neuer und umfangreicher Verantwortungen. Dabei bildet die Chorarbeit eines
seiner speziellen Aufgabengebiete; Volker Hahn ist Mitglied des Erweiterten
Beirates Chor im Deutschen Musikrat; viele Chöre und Chorverbände wissen
seinen unermüdlichen Einsatz, seinen ruhigen Rat und ermunternden Zuspruch zu
schätzen. Aber auch die Vielzahl der Präsidiumsaufgaben, die Betreuung von
Projekten, Juryarbeit und kulturpolitische Tätigkeit haben mit Volker Hahn
einen kompetenten, erfahrenen und unverdrossenen Sachwalter gefunden. Möge dem Jubilar die Vielfalt und Unermüdlichkeit erhalten
bleiben! Mit den Glückwünschen zum Geburtstag verbinden wir den Dank für
dieses alles! – und die besten Wünsche für sein weiteres Wirken, nicht
zuletzt auch ganz eigennützig im Interesse unseres Sächsischen Musikrates, für
das Wohl unseres Musiklebens! Solches gleichermaßen deutlich wie herzlich auszusprechen
liegt mir sehr am Herzen. Prof. Wilfried Krätzschmar (in: Musik in Sachsen, 2005)
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